Der legendäre Netphener Autoshop des verstorbenen Peter Nies hat eine Zukunft. Diesen Eindruck vermittelte der neue Geschäftsführer Hartmut Becker den Mitgliedern der CDU Netphen bei ihrem Besuch im Unternehmen.
Mit seinen 22 Beschäftigten, von denen ein Großteil als Saisonkräfte tätig ist, sorgt der Betrieb täglich dafür, dass zahlreiche Fahrzeuge schnell und zuverlässig wieder auf die Straße kommen. Besonders in den Stoßzeiten des Reifenwechsels herrscht Hochbetrieb: Dann werden bis zu 40 Reifensätze pro Tag gewechselt. Bei rund 8.000 Fahrzeugen, die in der Kundenkartei erfasst sind, ist das eine beachtliche Leistung.
Täglich befinden sich rund 150 Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände im Gewerbegebiet Richtung Deuz. Sie warten auf Ersatzteile, eine Inspektion oder andere Reparaturarbeiten.
Mit dem stetigen Wachstum des Unternehmens wurde auch das Leistungsangebot erweitert. So kann inzwischen an jedem Werktag die Hauptuntersuchung (TÜV) direkt vor Ort durchgeführt werden – ein Service, den längst nicht jede Werkstatt anbieten kann.
Besonders stolz ist einer der Mitarbeiter auf seinen eigenen Werdegang. Bereits als Schüler begann er beim Firmengründer Peter Nies als Saisonkraft, holte Reifen und kümmerte sich um einfache Arbeiten. Heute gehört er fest zum Team. Mittlerweile lagern im Betrieb rund 1.100 Sätze Sommer- und Winterreifen. Dadurch können die Reifen bereits Monate vor dem nächsten Wechsel kontrolliert werden. Kunden werden frühzeitig informiert, ob die vorhandenen Reifen noch eine weitere Saison sicher genutzt werden können – eine echte Win-win-Situation für beide Seiten.
Sieben Gesellen und drei Bürokräfte sorgen gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf des täglichen Betriebs. Gleichzeitig investiert das Unternehmen konsequent in den eigenen Nachwuchs. Als Ausbildungsbetrieb bildet der Autoshop regelmäßig junge Fachkräfte aus. Dabei absolvieren die Auszubildenden unter anderem rund zehn Lehrgänge in Arnsberg. Diese sind zwar kostenintensiv, vermitteln jedoch wichtige Inhalte, die im Werkstattalltag nicht vollständig abgedeckt werden können.
Auch die Elektromobilität spielt eine immer größere Rolle. Zwei Mitarbeiter haben bereits die Qualifikation für Hochvoltfahrzeuge erworben. Dieser sogenannte Hochvoltschein ist Voraussetzung, um Wartungs- und Reparaturarbeiten an Elektrofahrzeugen durchführen zu dürfen.
Dafür musste auch die Werkstatt entsprechend ausgestattet werden. So wurde ein spezieller Arbeitsbereich eingerichtet, der ausreichend Platz für Elektrofahrzeuge bietet und alle vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen erfüllt. Dazu gehören unter anderem spezielle Rettungs- und Isolierwerkzeuge, mit denen im Ernstfall auch Personen sicher aus einem unter Spannung stehenden Fahrzeug befreit werden können.
Für die Zukunft sind weitere Investitionen geplant. Zunächst soll ein zusätzlicher Arbeitsplatz mit Hebebühne entstehen. Langfristig kann sich Geschäftsführer Hartmut Becker sogar vorstellen, innerhalb Netphens an einen größeren Standort umzuziehen, um dem weiteren Wachstum des Unternehmens gerecht zu werden.
Auf die Frage, ob sämtliche Automarken repariert werden können, fiel die Antwort ehrlich und zugleich nachdenklich aus. Grundsätzlich sei dies möglich. Allerdings benötigt nahezu jeder Hersteller eigene Spezialwerkzeuge, Diagnosesoftware und Schaltpläne, die kostenpflichtig erworben werden müssen. „So viel Platz haben wir gar nicht, um alles auf Lager zu legen“, erklärte Becker mit einem Schmunzeln.
Dabei wurde auch Kritik an den Fahrzeugherstellern deutlich. Jeder Hersteller setze auf eigene Systeme und Lösungen. Allein für Softwarelizenzen und Schaltpläne entstehen jährlich Kosten von bis zu 8.000 Euro. Einheitlichere Standards und kompatiblere Ersatzteile würden nicht nur den Werkstätten helfen, sondern letztlich auch den Kunden zugutekommen.
Anders als gewohnt begann der Besuch mit einem gemütlichen Imbiss. Da der Werkstattbetrieb noch auf Hochtouren lief, wurden zunächst Würstchen und Getränke gereicht. So bot sich auch die Gelegenheit, mit den fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Erst nach Feierabend berichtete Geschäftsführer Hartmut Becker in aller Ruhe über den Betrieb und gab den Gästen interessante Einblicke in dessen Entwicklung und Zukunft.
Die CDU Netphen bedankt sich herzlich für die Gastfreundschaft und wünscht dem gesamten Team des Autoshops für die Zukunft weiterhin viel Erfolg.



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