Bürgerversammlung Dreis-Tiefenbach

19.05.2026

Volles Haus bei der Bürgerversammlung in Dreis-Tiefenbach: Über 200 Interessierte waren anwesend. Ortsbürgermeister Oliver Galster hatte zur Informationsveranstaltung in die Dreisbachhalle eingeladen. Die Verwaltung war gleich mit drei Vertretern erschienen, um über aktuelle Themen zu informieren und den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort zu stehen.

Zum Glasfaserausbau präsentierte Marco Müller den aktuellen Sachstand. In einigen Teilen des Ortes müsse zwar noch viel passieren, der Großteil befinde sich jedoch bereits in der Umsetzung. Daher zeigte er sich zuversichtlich, dass der Ausbau bis Ende des Jahres abgeschlossen sein werde. Entstandene Schäden an Bürgersteigen sollten der Verwaltung gemeldet werden, damit die ausführenden Firmen nachbessern könnten.

Für die Sanierung der Dreisbachhalle gibt es weiterhin keinen genauen Termin. Veranstaltungen ab Herbst würden derzeit nicht mehr verbindlich zugesagt. Wahrscheinlich sei jedoch ein Beginn der Maßnahmen Anfang kommenden Jahres. Vereine müssten dann mit Einschränkungen rechnen. Hallennutzungen müssten teilweise auf andere Hallen verlagert werden, wobei dort meist kaum freie Kapazitäten vorhanden seien. Die Stadt wolle versuchen, alle Interessen möglichst verträglich unter einen Hut zu bringen.

Von dieser Maßnahme abhängig ist auch das nächste Großprojekt: der Neubau der Grundschule. Geplant ist, den Parkplatz an der Dreisbachhalle während der Bauphase in eine Containerlandschaft umzuwandeln, um dort den Unterricht für die Grundschüler stattfinden zu lassen. Da die Planungen noch nicht finalisiert sind, konnten bislang nur grobe Eckpunkte vorgestellt werden.

Herr Schild berichtete über den Stand beim Gewerbegebiet „Im Bruch“ und begann dabei mit der Biologie der Schmetterlinge, die den Bau derzeit verzögerten. Man hoffe, die Arbeiten im Herbst fortsetzen zu können, sobald die Larven geschlüpft seien. Nennenswerte Mehrkosten seien durch den Baustopp bislang nicht entstanden. Marco Müller ergänzte, dass der Bedarf an Gewerbeflächen weiterhin groß sei. Netphen benötige die Industrie, um Gewerbesteuereinnahmen zu generieren.

Herr Vitt äußerte sich zum geplanten Flüchtlingswohnheim an der K5. Er betonte die Notwendigkeit des Projekts und versprach, dass sich die Stadt intensiv um Auswahl und Betreuung der Bewohner kümmern werde. Auch eine Nutzung zur Unterbringung Obdachloser sei denkbar. Dabei handele es sich um Pflichtaufgaben der Stadt. Anwohner aus dem Umfeld der geplanten Einrichtung äußerten jedoch erhebliche Bedenken gegen das Vorhaben. Andere verwiesen auf die Menschlichkeit und die daraus resultierende Pflicht zur Hilfe. Auch gesetzliche Regelungen wurden diskutiert, etwa die Frage, inwieweit Flüchtlinge arbeiten dürften. Insgesamt entstand ein breites Meinungsbild, das die Verantwortlichen in die weiteren Beratungen mitnehmen konnten.

Die Planungen für ein Neubaugebiet zwischen Heckersberg und Alte Burg stießen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern auf Kritik. Einige sahen ein wichtiges Naherholungsgebiet in Gefahr, andere bezeichneten die Verkehrserschließung über Heckersberg und Alte Burg als Nadelöhr. Wieder andere waren der Meinung, Dreis-Tiefenbach sei bereits ausreichend bebaut und solle nicht weiter wachsen. In diesem Zusammenhang wurden auch Baulücken und leerstehende Häuser angesprochen. Deren Nutzung müsse Vorrang haben. Da sich die Planungen noch in einem sehr frühen Stadium befänden, äußerte Herr Müller Zweifel daran, ob ein Baugebiet überhaupt noch während seiner Amtszeit realisiert werden könne. Man müsse bedenken, wie lange bereits darüber diskutiert werde.

Das Projekt „Sieg verbindet“, das gemeinsam mit dem Heimatverein die Weiterführung des Radwegs von der Alten Mühle über die alte Bahnbrücke in Richtung Weidenau ermöglichen sollte, ist aufgrund der Kostenexplosion voraussichtlich nicht realisierbar. Bürgermeister Marco Müller hatte hierzu bereits im Vorfeld ein Gespräch mit den Beteiligten geführt, um die Situation zu erläutern.

Der Spielplatz an der Mühle soll hingegen im kommenden Jahr nach jahrelanger Verzögerung umgesetzt werden. Die endgültige Entscheidung liegt allerdings auch hier noch beim Rat.

Zum Abschluss berichtete Herr Schild über geplante Straßensanierungen. Betroffen seien unter anderem Teile der Siegstraße, ein großer Abschnitt der K5-Brücke sowie die Industriestraße. Auch verschiedene kleinere Straßen mit Anliegerbeteiligung stünden auf der Liste. Die Maßnahmen sollen möglichst verkehrsverträglich und bevorzugt in den Ferien umgesetzt werden.

Dank des Spielmannszuges 1950 wurde im Anschluss an die Veranstaltung der Gemeinschaftsraum „Blauer Salon“ geöffnet. Bei Kaltgetränken bestand dort noch Gelegenheit zum Austausch untereinander sowie zu Gesprächen mit der Verwaltung.